Deutsche Politik: Eine Reise nach Jerusalem

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Die Börse hat sehr viele Schnittstellen mit der Politik. Oftmals werden die Aktienkurse durch politische Themen und Beschlüsse kurz- und mittelfristig beeinflusst. Denn es werden Risiken neu kalkuliert und eingepreist. Dramatische Kursstürze haben oft mit dem Faktor Ungewissheit zu tuen. Doch wieso ist das so?

In den Wirtschaftswissenschaften unterscheidet man in der Entscheidungsanalyse grundsätzlich zwischen Risiko, Unsicherheit und Ungewissheit  Übertragen wir das ganze nun auf die Politik. Diese hat unter anderen – als Vertreter des Volkes – die Aufgabe einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, in dem gelebt und gewirtschaftet werden kann.

Wenn sich nun – wie es derzeit nach außen hin scheint – einzelne Parteien nicht dàccor sind, unterliegen Unternehmen der Ungewissheit. So unterliegt ein Automobilhersteller der Ungewissheit, wie lange er einen Auto noch produziert und verkauft werden darf. Deshalb schwimmt auch der Automobilzulieferer in Ungewissheit, denn er kennt nicht die Marschrichtung seines Abnehmers, in die er entwickeln müsste, um auch noch in Zukunft eine wichtige Rolle im Zulieferer-Universum spielen zu können.

Als Folge sind auch die Endverbraucher verunsichert und warten wenn möglich mit dem Kauf eines neuen PKWs ab, bis der Gesetzgeber Klarheit schafft.

Als Außenstehender Bürger stellt sich mir oftmals die Frage, weshalb so wenig übergreifende Einigkeit in einer Koalition herrscht. Denn eine Koalition ist doch nichts anderes als ein Bündnis zweier Parteien, die es sich zusammen zum Ziel gesetzt haben zusammen zu regieren. Man würde in der Privatwirtschaft von einem Joint Venture sprechen. Doch ich finde in diesem Fall Zwangsheirat angemessener.

Überdenkt man unsere aktuelle Politik und einzelne Schlüsselfiguren, ergibt sich doch ein recht eigennütziges Bild. Auch in der Großen Koalition wird mit harten Bandagen gekämpft und exzellente PR-Arbeit geliefert.

Zunächst ist es auffällig, dass unsere Bundeskanzlerin zu innenpolitischen Themen größtenteils schweigt. Stattdessen gibt sie die Verantwortung an die einzelnen Ministerien ab. Und nein, sie delegiert nicht, sie gibt die Verantwortung komplett ab. Eventuell um nicht selbst erneut in die Schussbahn zu geraten?!

Weiterhin bemerkenswert unauffällig auffällig ist der innerparteiliche Zerfall der SPD. Aus der Not heraus wurde das ökologische Bewusstsein der Bündnis90/Grünen adoptiert und als eigene Idee verkauft. Für mich immer wieder erstaunlich, denn ist die Partei mit dem rot als Markenzeichen nicht die Partei für den arbeitenden Bürger? Stattdessen wird derzeit versucht, die eigene Zielgruppe hinters Licht zuführen.

Doch es gibt auch Lichtblicke. So zum Beispiel die schwarze Null. Denn darauf verharrt die SPD. Selbst zu Minuszins-Zeiten. Ob sich diese schwarze Null nach einem Austritt von Großbritannien noch halten wird? Machen Sie sich ein eigenes Bild davon.

Kennen Sie noch das lustige Kinderspiel die Reise nach Jerusalem? So stelle ich mir die in Berlin gemachte Politik vor. Auf den Stühlen nehmen unsere einzelnen Wirtschaftsbranchen platz. Denn zurückblickend hat das mitwirken von Politik schon so einige Branchen den Kopf gekostet.

Angefangen von dem Maschinenbau, der die Digitalisierung verpasst hat oder in ausländische Hände ging(Beispiel: Deckel Maho, KUKA, Gebr. Pfeiffer). Weiter ging es mit der Textilindustrie, die unter anderen durch fehlende Zölle den Boden unter den Füßen verlor.

Weiter folgte der geplante ausstieg aus Kohle- und Atomstrom. Stattdessen setzten wir auf erneuerbare Energien. Zuerst wurde ein kurzes Techtelmechtel mit der Solarenergie eingegangen. Doch die Beziehung hielt nur kurz, denn die geliebte kostete zu viel Geld. Ebenfalls stockt seit diesem Jahr der Ausbau von neuen Windkraftanlagen. Also werden wir in Zukunft doch den Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken importieren?

Auch nennenswert und ganz aktuell ist das geplante Verbot von Glyphosat ab 2024 in Deutschland. Damit wird das Unternehmen Bayer, also die eigene Wirtschaft geschröpft. In den USA gibt es wie Sie sicherlich wissen aktuell massenhaft Klagen gegen Monsanto. Doch statt einem Verbot ist man dort trotz der zahlreichen Klagen von Glyphosat überzeugt.

Die Rechnung kommt am Schluss

Es ist wie in jedem guten Wirtshaus, die Rechnung kommt nach dem leckeren Braten. In unseren Fall war der vermeintliche Braten ein glorreiches Jahrzehnt im Wirtschaftsaufschwung. Zugegeben, natürlich war schon im Jahr 2009 klar, wie der Fahrplan für die Automobilbauer in den kommenden Jahren aussehen wird. Doch man war wohl zu sehr in die Dessertkarte vertieft oder dachte wohl nicht weiter als bis zur nächsten Wahl.

Wer nun wohl die Rechnung zahlt?

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