Warum Sie nach der Schule (nicht) studieren sollten

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In Deutschland herrscht nach wie vor ein anhaltender Studenten-Boom. Die Hörsäle der Universitäten und Hochschulen werden immer voller. Gleichzeitig werden immer neue, scheinbar bessere Studiengänge aus dem Akkreditierungs-Hut gezogen. So gibt es mittlerweile selbst bei den Bachelorstudiengängen Spezialisierungen. Was früher der klassische BWL Studiengang abdeckte, ist heute z.B. unter International Business Management zu finden. Wer das nötige Kleingeld hat, kann direkt in die asiatisch Kultur und Sprache eintauchen.

Studienanfängerquote in Deutschland:

Quelle: Statista.de
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Doch müssen wir heutzutage alle studieren? Meiner Einschätzung nach nein. Sie sollten sich zunächst bewusst werden, wo Ihre Stärken liegen und welche Fähigkeiten Sie besitzen. Sind Sie z.B. sehr gut im logischen Denken, jedoch gleichzeitig sehr introvertiert, wäre es nicht sehr ratsam auf einen Job als Consultant hinzuarbeiten.

Wer gerade jetzt auf eine klassische, duale Ausbildung setzt, könnte in wenigen Jahren gegenüber einem Studienabgänger im Vorteil sein. Dafür gibt es mehrere Gründe.

  1. Sie werden in einer Ausbildung ab dem ersten Tag monetär entlohnt. In einem Studium ist dies nur der Fall, wenn Sie dies in Kooperation mit einem Unternehmen durchführen.
  2. Nach Beendigung einer dualen Ausbildung haben Sie in der Regel – bei guter Leistung vorausgesetzt – einen sicheren Job in der Tasche und müssen nicht erst einen Job suchen. Somit auch nicht umziehen. Bestenfalls kennen Sie bereits Ihren Arbeitsplatz, den Vorgesetzten und alle Arbeitskollegen. Dies schafft innere Sicherheit.
    Doch es gibt auch einen nicht zu unterschätzenden Nachteil. Ist Ihr Arbeitgeber ein kleines Unternehmen? So kann es sein, dass Sie auch nach der erfolgreich bestandenen Ausbildung weiterhin als Azubi angesehen und behandelt werden. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
  3. Sie können schon während Ihrer Ausbildung einen Teil des Lohns sparen und bestenfalls investieren. Der Zinseszins ist ein mächtiges Werkzeug. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Sie als kontinuierlicher Sparer mehr Vermögen in ihrem Leben ansparen als die meisten Akademiker. Diese verdienen meist erst ab Mitte 20 das erste Gehalt. Im Schnitt liegt das Jahresgehalt bei Ingenieuren bei 65.000 Euro. Als ausgelernter Facharbeiter im Metallbereich mit 19 Jahren verdienen Sie im Schnitt 41.000 Euro.
  4. Nach der Ausbildung stehen Ihnen Tür und Tor offen. Ihr Arbeitgeber könnte Sie unter Umständen sogar fördern und Ihnen die Weiterbildung zum Meister, Techniker oder eben auch Studium bezahlen. Im Gegenzug werden Sie nach der Weiterbildung für einige Jahre an das Unternehmen gebunden sein.

    Nicht zu vergessen ist die gewisse Sicherheit. Sollten Sie die Weiterbildung doch zwischenzeitlich verwerfen, dann haben Sie noch Ihren Facharbeiterbrief. Schwer haben wird es hingegen ein Student, der mit Mitte 20 exmatrikuliert.

    Und die Weiterbildung Lohnt sich auch finanziell. Sie können je nach Branche und Unternehmen bis zu 60.000 Euro im Jahr als Meister verdienen.

  5. Wenn Sie als Meister, Techniker oder Akademiker einige Jahre Erfahrung gesammelt haben, können Sie selbst Unternehmer werden. Einige Berufsgruppen sind nur mit einem Meisterbrief ausführbar. Ihr Einkommen können Sie dann theoretisch selbst bestimmen.  Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Und da Sie ja nun wissen, dass über 50 % der Schulabgänger ein Studium anstreben, wird das Angebot an Handwerksfirmen weiter schrumpfen und dementsprechend die Preise weiter steigen.

Wie Sie sehen ist die Berufswahl sehr wichtig. Denn die Wahl des Berufs wirkt sich auf Ihr ganzes, späteres Leben aus. Sie sollten sich nicht zu sehr unter Druck setzen und eine duale Ausbildung nicht als minderwertig ansehen. Ein Studium ist nicht das Allheilmittel. Werden Sie sich bewusst, dass Sie 1/3 des Tages mit der Arbeit verbringen. Dann fällt Ihnen die Berufswahl sicherlich leichter.

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